Dublin, meine Studienstadt

 

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die Uhr tickt ... unaufhörlich

Noch vier Wochen bis zum Vorlesungsende, noch acht Wochen in Irland. Während ich in Deutschland doch meist mit einem hoffnungsvollen Blick auf den Kalender gelinst habe, wann die Zeit der Eintrichterei wieder aussetzt und man Zeit hat, das Gehörte richtig zu verstehen (andere nennen es, sich auf eine Prüfung vorbereiten), ist es im 2.Semester hier in Irland doch anders. Aber ich will ja auch nicht, dass die Zeit stehen bleibt. Aber am Anfang kamen mir 33 Wochen wie eine sehr lange Zeit vor - im Rückblick dagegen meint man, dass sie im Zeitraffer liefen.

Dass sie Uhr nicht stehen geblieben ist, hat auch seine Vorteile so hatte ich letztes Wochenende Besuch von meiner Schwester und meinem Schwager. Da ihre Zeit begrenzt war, musste ich das ganze Besuchsprogramm auf einen Tag zusammenstreichen. So gab es am Morgen den "Klassiker unter den Familienbesuchen" meiner ERASMUS-Studentengruppe: die Fahrt nach Howth und das Erlebnis irischer Landschaft, so wie man sich sie vorstellt. Während dann aber die meisten ermüdet am Nachmittag zurückkehren und sich für den Abend meist nichts mehr vornehmen, gab es für uns noch die Stadtbesichtigung Dublins hinterher, die dann am Ende in einem ganz netten irischen Pub endete. Auch wenn es anstrengend war, kam das glaube ich ganz gut an.

Ich -für meinen Teil- konnte mich dann in der folgenden Woche ganz gut erholen, da ein Dozent von mir auf Konferenz war, und demnach alle seine Veranstaltungen in beiden Fächern, die ich besuche ausfielen. Wer jetzt aber denkt, jaja die Studenten arbeiten ja gar nichts, liegt falsch - die Veranstaltungen wurden bereits vorgeholt. Nicht ganz so organisiert lief dagegen die Vorlesung bei einem italienischen Dozenten, die erst vorletzte Woche startete, (also zur Mitte des Semesters) dafür dann aber doppelt soviele Stunden hat wie sonst. Da es hier quasi Usus ist, Mathevorlesungen mit Folien zu halten, macht auch dieser Dozent keine Ausnahme. Dumm nur, wenn der gebuchte Raum keinen Beamer aufweist und der Bildschirm des mitgebrachten Laptops zu klein ist, dass fünf Leute ihn einigermaßen gut betrachten können. So verkam die Vorlesung zu einem heiteren Raumsuchen in der DCU. Eigentlich war die Vorlesung auf drei Stunden angesetzt (ohne Pause - da kennt der Mensch nichts!) - allerdings gab er dann nach ein-einhalb Stunden auf, nachdem wir aus dem vierten Raum vertrieben worden waren. Die Woche drauf klappte dann alles (leider.. - schließlich sind für manchen 90 min am Stück schon zu lang, aber das Doppelte und mit Folien statt Tafelanschrieb... HILFE! Ein Glück höre ich das nur und werde keine Prüfung darin schreiben). Unter anderem diese Hammervorlesung ("Stochastic Finance" mit Namen), die zwei Mal die Woche stattfindet, hat mich bewogen die "ich-stocher-im-Nebel-rum"- Modellierungsvorlesung (offiziell "Modelling with PDE's" ) zu schmeißen. Teilweise wurden die Vorlesungskünste des Dozenten nicht mal von dem all-und-heiß geliebten Vorlesungsstil eines Lehrstuhlinhabers numerischer Mathematik unterboten- und das will was heißen...

Sportlich gab es auch Erfolge zu vermelden. So habe ich ein kurzfristig anberaumtes TT-Freundschaftsturnier gegen eine andere Uni gewonnen (ein Glück gab es dieses Mal nen Einzelwettbewerb). Die größere Sensation ist allerdings, dass ich eine Karte für das Europa-League-Endspiel am 18.Mai in Dublin ergattert habe. Der Termin liegt leider voll in der Prüfungszeit - aber was soll's. So häufig wird in einer Stadt, in der ich längere Zeit gelebt habe, nicht mehr ein europäisches Fußball-Finale ausgetragen. Auch wenn jetzt nicht mehr die allzugroßen Knaller im Wettbewerb sind - das Erlebnis Finale wird das hoffentlich aufwiegen.

Viele Grüße aus der Stadt, die am 18.Mai der Mittelpunkt der europäischen Fußballwelt sein wird

3.4.11 19:59
 



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