Dublin, meine Studienstadt

 

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kunterbund aus Irrenland

Nein - die irische Lässigkeit hat bei mir noch keine Überhand genommen. Dies mag vielleicht mancher denken, wenn er realisiert, dass letzte Woche mein Blog-Eintrag gefehlt hat. Statt zu bloggen habe ich es vorgezogen zu lernen, da ich dieses Woche meinen (zum Glück) einzigen Continuous-Assestment-Test hatte. In meinen anderen Fächern wird das, entweder durch Projekte oder durch zwei-wöchentliches Vorrechnen von Tut-Aufgaben erfüllt.

Der Test verlief (zumindest aus meiner Sicht) sehr gut, Ergebnisse gibt es noch keine, aber ich dürfte mein Ziel 90+ erreicht haben. Beim anderen CA -dem Vorrechnen- letzte Woche gab es dann für mich sogar die 100, was angeblich keiner in den letzten Jahren bei dem Dozenten geschafft hat. Vielleicht lag es daran, dass der Dozent auch Deutscher ist und um die Schwierigkeiten des Notenumrechnens von Irland nach Deutschland weis und er deshalb mit den Notenpunkten spendabler war. Aber nicht nur das: So wird auch einfach mal -am Freitagnachmittag- die Pause der Doppelstunde genutzt, um Anregungen für mich zu geben, wo man doch in Irland gewesen sein sollte. Ausgangspunkt war, dass die Dichte einer zweidimensionale Normalverteilung wohl so ähnlich aussieht wie der Hügel von Newgrange. Meine irischen Mithörer hatten diesen Hinweis dankbar aufgenommen, um eben über touristische Sehenswürdigkeiten von Irland zu informieren. Eigentlicher Grund wird wohl die Ablenkung vom stochastischen Lehrstoff gewesen sein - aber ich hab es gerne angenommen.

Über den St.Patricks Day (irischer Nationalfeiertag) wurde mir jedoch nichts empfohlen. Im Nachhinein muss ich sagen - das ist dann auch wirklich kein Wunder. Die groß angekündigte Parade entpuppte sich doch als eher schlechte Kopie eines deutschen Karnevalsumzuges, was aber die Leute (ich kann nur vermuten vorzugsweise Touristen) nicht davon abhält, bereits eine Stunde vor Beginn mindestens dreireihig die abgesperrte Straße zu säumen. Wie ich dann aber erfahren habe -nur visuell, nicht am eigenen Leib, um Gerüchten vorzubeugen-, scheint die wichtigste Beschäftigung an diesem Tag für die Iren, dass man möglichst viel Alkohol in sich laufen lässt, zu sein. Dementsprechend wurde auch im Vorhinein schon die 9 Uhr-Vorlesung am nächsten Tag gecancellt.

Begleitet war die Parade von einem doch für mich überraschend großen Polizei- und Sanitäteraufgebot, die aber mehrheitlich ihre Sonderstellung nutzten, um sich dann vor das Geländer zu stellen und selbst der Parade zu fröhnen. Dass das Sicherheitsbewusstsein in Irland ein anderes ist als in Deutschland habe ich schon die Wochen zuvor erfahren: Man hat sich ja schon gewöhnt, dass alle vier Wochen exzessiv überprüft wird, ob alle Feuermelder noch funktionieren, was zur Folge hat, dass an einem Samstag einfach mal zwei Stunden lang diese Dinger piepen. Auf die Idee, dass man die Dinger abstellt, wenn sie kontrolliert wurden, ist noch keiner gekommen. Die Erlösung ist erst, wenn auch der letzte Melder kontrolliert ist - und da sich der gemeine Ire eher weniger stressen lässt, kann das dauern..... Diese Woche allerdings durfte ich dann den Feuerprobealarm erleben. Während man das aus der Schule als nette Abwechslung zum Alltag gerne erlebte, ist das hier eher wie auf dem Militärplatz. Da stehen dann die Fire-Guards mit Stoppuhren an den Eingangstüren. Soweit so gut - aber in Deutschland würde das nie passieren, dass dieser Alarm dann 45 Minuten später wiederholt wird, weil die Bewohner eines Hauses des Studentenwohnheims zulange gebraucht haben, um ihr Haus zu räumen. Um dem ganzen noch eine Sahnehaube zu geben, hatte ich beim ersten Alarm gerade meine Nudeln ins Wasser geworfen... Toll!

Hätte ich bereits vor einer Woche bereits gebloggt, hätte ich wohl erzählt, dass die Tischtennis-Society sich mehr und mehr verläuft. Weder der Slowake noch der Chinese ward wieder gesehen. Aber durch einen glücklichen Umstand - mit Namen Tischtennisturnier - konnte ich heute endlich mal wieder gescheites Training unter Wettkampfbedingungen absolvieren - auch wenn mein Team wieder (wie schon beim ersten Mal) nicht wirklich konkurrenzfähig war, erreichten wir den 4. Platz von 8 Mannschaften. Ich werde die Gewaltaktion von einem acht Stunden-Turnier ohne richtiges Training vorher dann wohl morgen als Muskelkater bereuen. Aber zumindest heute war es das wert, schließlich könnte mir dieses Turnier als Vorbereitung auf die irischen Hochschulmeisterschaften irgendwann im April dienen. Die Teilnahmeberechtigung habe ich - jetzt muss ich dafür noch irgendwie Zeit dazu finden :D

Viele Grüße aus einem St.Patrick-verrückten Land

20.3.11 22:43
 



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