Dublin, meine Studienstadt

 

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Luxusprobleme am Beginn des zweiten Austauschsemesters

Während ich noch zu Anfang des ersten Semesters geklagt hatte, dass es hier in Dublin zu wenige passende Vorlesungen gibt, die vom Niveau her auch in Karlsruhe angerechnet werden könnten, ist die Situation nun völlig eine andere. Ich kann geradezu aus dem Vollen schöpfen. Statt aus zwei geeigneten Mathevorlesungen (im ersten Semester) kann ich nun aus deren sechs (!) auswählen. Ein Traum! Obwohl es (zumindest sieht es für mich im Moment so aus) keine Auswahl geben wird, denn ich habe den Entschluss gefasst, alle davon zu besuchen (allerdings werde ich wohl nur in fünf von denen auch eine Prüfung schreiben....).

So gibt es als Pendant zur "Finanzmathematik in stetiger Zeit" aus KA hier "Financial Economics II" und "Probability & Finance II". Meinen Analysis-Block werde ich voraussichtlich mit "Modeling with PDE's" und "Dynamical Systems" (einer Vorlesung über die qualitative Theorie von Lösungen von Differentialgleichungen - für die nicht-Mathematiker: ich habe eine Gleichung einer Funktion und deren Ableitungen drin, kann die aber nicht explizit mit einer Formel lösen, aber trotzdem ein wenig über das Verhalten der Lösung aussagen) ausschmücken. Als Bonbon gibt es dann noch "MonteCarlo-Simulationen in der Finanzwelt" und "Stochastic Finance". Da ich ja kaum zu einer guten Mathevorlesung "nein" sagen kann, werde ich wohl alle besuchen. Aber wer weis, vielleicht schmeiße ich ja noch eine raus, wenn es mir nach der zweiten Woche zu stressig wird. Danach muss man sich nämlich -dank des irischen Systems- endgültig festgelegt haben.

Jeder Mathematik-Student weis wohl, dass sechs Mathe-Vorlesungen im Semester ambitioniert sind - aber ich bin ja net nur zum Vergnügen hier und schließlich wächst ein Mensch mit seinen Aufgaben :D.

Aber nicht nur in mathematischer Hinsicht läuft es zur Zeit blendend. Während meines Heimaturlaubs über Weihnachten konnte mein Durst nach Gesellschaftsspielen nicht für die nächsten vier Monate gestillt werden. Aber wie ich nun weis - und einige der Blogleser auch - kann auch hier das Internet Abhilfe schaffen. Früher undenkbar - aber in der spielerischen Not veranstaltet man nun halt einen Gesellschaftsspieleabend online. Mit Unterstützung von Skype und einer wunderbaren Internetseite eine lohnende Alternative zum "real-life-Spieleabend", doch mit Sicherheit nur eine Übergangslösung bis ich dann ab Juni auch in der Heimat für Spielenächte (trifft es wohl eher als -abend) zur Verfügung stehe.

Auch gesellschaftlich bin ich mittlerweile voll in Dublin angekommen und würde mich nun doch schon als halber Ire bezeichnen. So werde ich nun auch schon in meinem Chor vermisst, nachdem ich zwei Wochen net da war. Auf der anderen Seite lagen dann bei einem Rugby-Spiel zwischen Irland und Frankreich (für das sog. Six-Nations-Turnier, der inoffiziellen Rugby-Europameisterschaft) meine Sympatien klar auf der irischen Seite - auch wenn sie heute unglücklich verloren haben (aber vielleicht hat mich die Stimmung im Pub, das natürlich vollgestopft mit Iren war, auch ein wenig mitgerissen).... ein Glück, dass die Iren im Fußball nicht in die deutsche Gruppe gelost worden sind.

Viele Grüße aus dem Land, das noch viereinhalb Wochen auf den St.Patricks Day warten muss, denn allein daran orientiert sich nun die irische Zeitrechnung

14.2.11 01:15
 



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