Dublin, meine Studienstadt

 

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Teil 2 meines Austauschjahres hat begonnen ...

... und zwar in vielerlei Hinsicht auf höherem Niveau als erwartet.

Aber zunächst noch ein kleiner Rückblick: Als ich am 18. Dezember von der grünen Insel wieder nach Deutschland gekommen bin, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, welch großes Glück ich da gehabt hatte. Dank verschiedener chaotischer Wetterbedingungen (erst in Frankfurt dann in Dublin) konnten in der Woche vor Weihnachten nur am 18. und am 22. Dezember Flüge von Dublin nach Frankfurt starten. An allen anderen Tagen vom 17. bis 24. waren alle Flüge gecancellt. Da stört es dann auch nicht mehr, dass die Verspätung des Flugzeugs, die Stunde Warten an der Gepäckausgabe und die Bahnverbindung nach Hause mir eine Nacht in Karlsruhe beschert haben - immerhin in Deutschland zu sein, war die Devise und zudem hatte ich ja dankenswerterweise ein Dach über dem Kopf angeboten bekommen.

Nach drei-einhalb Wochen Deutschland - mit Weihnachten, Geburtstagsfeierlichkeiten und großen Feuerwerk dazu sowie einem völlig überraschenden Tischtennis-Vereinsmeisterschaftstitel im Doppel - verlief dann der Flug nach Dublin fast völlig unspektakulär. Erwähnenswert sei, dass ich im Flugzeug eine Reihe für mich alleine hatte, da die Maschine (wenn überhaupt) nur zu einem Viertel gefüllt war. Die Ankunft war dann überraschenderweise am nigelnagelneuen Terminal 2 von Dublin, der offiziell erst ab März eröffnet wird - sich jetzt aber gerade in der Anlaufphase befindet, sodass täglich zwischen zwei und fünf Flugzeuge da ankommen dürfen. Wer allerdings denkt, dass deswegen die Gepäckausgabe schneller geht als an Terminal 1, hat nicht mit der irischen Gemütlichkeit gerechnet....

Am Abend meiner Ankunft begannen dann die Proben meines Chores für das Konzert am Karfreitag in St.Patricks (der größten Kirche Irlands) mit Brahms "Ein deutsches Requiem". Da es die erste Probe im neuen Jahr war, ließ es sich der Chef des Goethe-Instituts Dublin nicht nehmen, ein herrliches, reichhaltiges und v.a. deutsch angehauchtes Buffet zu spendieren.

Das Highlight der Woche war aber mein Besuch in der "High-Society" Dublins. Effektiv war es der Neujahrsempfang der Gemeinde, in der ich regelmäßig Orgel übe. Vor diesem Empfang singt traditionsgemäß eine Abordnung von meinem Chor im Gottesdienst. Da ich ja im Moment (= Lernphase auf die Prüfungen) meine Zeit gut einteilen kann, war ich da auch dabei. Bis dahin ist wohl nichts besonders. Aber ebenfalls traditionsgemäß singt in diesem Gottesdienst der österreichische Botschafter, der sich sehr der Musik verschrieben hat. Was in der Vergangenheit dazu führte, dass zahlreiche Botschafter, geistliche Würdenträger und weitere ähnlich gestellter Vertreter sich ein Stell-dich-ein bei der Messe und dem anschließenden Empfang gaben; so auch dieses Jahr. Dadurch kam ich zu der Ehre dem deutschen Botschafter die Hand zu schütteln und ein paar Worte mit ihm zu wechseln.

Nächste Woche gibt es dann wieder für mich einen musikalischen Auftritt am selben Ort, allerdings werde ich statt singen, dann dort Orgel spielen, da an diesem Tag die neue Orgel der Kirche mit einem Orgelkonzert gefeiert wird, zu dem ich auch eingeladen wurde. Bis dahin muss ich aber noch ein wenig Üben und -nicht zu vergessen- auch mal auf meine ersten beiden Prüfungen lernen, die am Freitag Nachmittag (partielle Differentialgleichungen) und Samstag Morgen (Zeitreihen) stattfinden.

Viele Grüße nach einer schwer musikalisch geprägten Woche

16.1.11 22:26


ein gutes neues Jahr

Wie wohl die meisten wissen, bin ich nach einigen schneebedingten Turbulenzen kurz vor dem 4.Advent wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Am 11. geht es dann wieder zurück nach Dublin, wo ich dann auch wieder regelmäßig bloggen werde - zumindest habe ich mir das vorgenommen.

Euch allen, meinen Blog-Lesern, wünsche ich ein erfolgreiches Jahr 2011, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit, bei den Dingen, die ihr im neuen Jahr anpackt. Weiterhin viel Spaß beim Lesen meines Blog und ich freue mich natürlich immer über Kommentare, sei es hier auf dieser Website, per Mail oder via Skype.

1.1.11 00:00


Das Semester neigt sich so langsam dem Ende entgegen

Nach dem letzten Eintrag zunächst einmal die gute Nachricht. Das Leben ist nach Irland zurückgekehrt. Die Temperaturen sind jetzt wieder auf normalem Winterniveau (1° bis 3°C) und der Schnee ist weggetaut, das Eis geschmolzen. Mittlerweile kann man auch als Dubliner auf Zeit amüsiert auf die Ereignisse der vergangenen Tage zurückblicken. Zunächst gab es noch unter den schwierigen äußeren Bedingungen mein Chorkonzert in der National Concert Hall. Obwohl das Konzert offiziell fast ausverkauft war, blieben viele Sitze in der NCH leer. Geschätzt waren so 900 Besucher da.

Normalerweise ist der Ire an sich ja sehr gemütlich und liebt das Schlange stehen über alles (was er auch bei jeder möglichen Gelegenheit zeigt... was aber beim "in den Bus einsteigen" meist von quasi allen Touristen torpediert wird). Wenn in Deutschland sich ein Chor aufreiht zum Einmarsch in die jeweilige Konzerthalle, herrscht normalerweise noch wenige Sekunden vor dem Auftritt mehr oder weniger kreatives Chaos, wenn man seinen Vordermann /-frau sucht. Hier in Irland werden die Iren schon unsäglich nervös, wenn man sich nicht mind. fünf Minuten vor dem Auftritt eingereiht hat. Ein großer Vorteil an diesem Abend war allerdings die "Armfreiheit" auf der Bühne. Während man sich bei deutschen Kirchenkonzerten meist einen Plan machen muss, wie man die Noten hält, um diese nicht in den Haaren des Vordermannes zu versenken, konnte man auf dem Platz, der einem hier in der NCH zur Verfügung stand, wohl mind. drei Ryanairsitzreihen unterbringen.

Zum eigentlichen Konzertverlauf: Es klappte eigentlich alles ganz gut, außer dass der Bass an gewissen Stellen im Weihnachtsoratorium seiner Zeit etwas voraus war.... was die betreffenden Personen aber nicht gestört hat - nein, stattdessen wollen die mit aller Macht den Rest des Chores und das Orchester auf ihr Metrum polen.... ein vergeblicher Versuch. Die Einsicht kam aber meist (wenn überhaupt) am Ende des jeweiligen Stückes. Egal - dem Publikum hat es trotzdem gefallen. Positiv erwähnenswert ist allerdings die Tradition meines Chores mehrere Choräle zusammen mit dem Publikum zu singen. Bei manchen Zuhöreren hatte man das Gefühl, sie seien nur deswegen ins Konzert zu kommen. Positiv daran für mich war die Erweiterung meiner linguistischen Fähigkeiten - schließlich können nicht allzu viele Leute "Stille Nacht" auf irisch singen.

Um das Kapitel Schnee in Irland nun zu beschließen, hier noch ein letzter Nachruf: Nach dem Konzert gab es draußen einen absolut durch nichts getrübten sternenklaren Himmel zu bewundern. Nichtsdestotrotz wurde der Busverkehr ab 21 Uhr eingestellt - aus Angst Regen könnte die Straßen vereisen (bei Schnee glaubt man die Gründe ja vielleich nachvollziehen zu können - aber ohne Schnee auf den Straßen...). Ich glaube da eher an ein Komplott mit der Taxi-Fahrer-Innung in Irland. Die haben wohl in den letzten Tagen das Geschäft des Jahres gemacht.

Da mir in einigen Mails mit Verwunderung berichtet wurde, dass sowohl mein Blog als auch die Fotos den Rückschluss zulassen, es würde sich hier für mich um Urlaub handlen, nun auch eine kleine Episode aus meinem Uni-Leben. Das geht seit dieser Woche auch vollständig wieder seinen gewohnten Gang,nachdem der President der DCU voller Stolz am letzten Sonntag Abend erklärte, dass es nun gelungen sei, Wege durch die Schneemassen zu bahnen und der Campus nun wieder begehbar sei. Am Freitag hatte ich hier dann einen Test (im Fach Zeitreihen). Da es hier keine Übungsblattabgabemöglichkeit gibt, werden die Studenten mit diesen lustigen Tests bei Laune gehalten, die dann 25% der Endnote zählen. Ein weiteres Beispiel für irische Gemütlichkeit war dann der Prof an diesem Tag: er war nämlich eine halbe Stunde zu spät.... Gründe wollte er nicht nennen. Kursierende Gerüchte bauten schwer auf dem Faktum auf, dass eben dieser Prof letzte Woche geheiratet hat.

An diesem Sonntag ging es dann für mich und meine TT-Society an der Uni zu den irischen College-Meisterschaften. Mein Team belegte am Ende den 4. Rang. Bevor hier Gerüchte entstehen: an mir lag es nicht... ich war mit einer Bilanz von 8:1 Siegen einer der Besten. Platz zwei wäre drin gewesen, allerdings zeigten meine beiden Teamkollegen bei ihren eigenen Matchbällen Nerven und konnten sie leider nicht verwerten. Das Revancheturnier findet dann im März statt. Allerdings wird die Besetzung der Teams dann völlig anders sein, da bei dem Turnier fast ausschließlich (vornehmlich deutsche) Austausch-Studenten teilgenommen haben und viele davon nur ein Semester bleiben. Aber vielleicht sieht man den ein oder anderen bei den irischen Hochschulmeisterschaften (hinter "Intervarsities" genannt) im Februar. Das ist im Grunde genommen genau das gleiche Turnier wie bei den College-Meisterschaften, nur dass das Niveau höher ist und es auch einen Einzelwettbewerb gibt.

Viele Grüße (wohl zum letzten Mal in diesem Jahr) aus Irland

12.12.10 22:45


Weiß - die Farbe der Woche

Wenn in Deutschland -2°C und Schneefall für eine Woche vorausgesagt sind, erwartet man wohl, über diese Woche hinweg, schönes Winterwetter. Für den gemeinen Iren ist das Beschriebene allerdings eine absolute Horrorvorstellung. Warum? Das habe ich diese Woche erfahren dürfen...

Aber der Reihe nach: Nachdem ich letzte Woche eine 0:3-Klatsche gegen meine Trainingspartnerin kassiert habe, ging es diese Woche deutlich spannender zu. Allerdings nur mit unwesentlich mehr Erfolg... nach der "vollen Distanz" für vier Gewinnsätze musste ich am Ende ihr wieder zum 4:3 Sieg gratulieren. Dabei waren Chancen zum Sieg mehr als reichlich für mich vorhanden. Aber ich konnte leider meine drei Matchbälle im sechsten Satz nicht verwerten. Normalerweise läuft das sonst immer anders rum für mich... Gewisse Jugendspieler aus meinem Heimatverein können da sicher ein mehrstrophiges Lied darauf anstimmen. Angelockt von der "wahnsinnigen Qualität" meines großen Fights gegen die Polin hatten wir sogar ab Satz 4 mehr als zehn Zuschauer... für mich - als TT-Spieler - eine ungewöhnliche Situation. Aber es sollte nicht die einzige bleiben diese Woche.

Nach meinem doch zufriedenstellenden Tischtennisspiel war mir dann am selben Abend noch vergönnt, ein hervorragendes Fußballspiel zu sehen. Was die Stimmung zusätzlich verbessert, wenn man da mit einem spanischen Barcelona-Fan in einem irischen Pub auftaucht und Barcelona dann Real Madrid 5:0 vom Platz fegt.

Aber spätestens am Mittwoch gab es in Dublin nur noch ein Thema: SCHNEE. In der kompletten Woche sind zusammen gerechnet ca. 10 cm Schnee gefallen. Wie ich in der letzten Woche schon berichtet habe, gibt es hier keinen Räumdienst; was dazu führt, dass der Schnee dann halt irgendwann zu Eis festgetreten/-fahren wird. Das führte zunächst zur Absage sämtlicher Veranstaltungen der DCU am Mittwoch Abend. Tageweise wurde die Schließung immer um 24 h verlängert. Ja - ihr habt richtig gelesen: die Uni wurde von Mittwoch Abend bis heute (Sonntag) komplett dicht gemacht. Sämtliche Vorlesungen, Seminare und Abendveranstaltungen wurden gecancellt. An einer deutschen Uni wäre das undenkbar. Da fällt nicht einmal etwas aus, wenn der allgemeine Notstand ausgerufen wird . Wer nun denkt, naja - dann habe ich ein schönes verlängertes Wochenende und kann schön etwas unternehmen. Denkste.... auch der Busverkehr wurde am Donnerstag eingestellt und auch der Airport zeitweise geschlossen. Ab Freitag wurde der Busverkehr sehr eingeschränkt wieder aufgenommen und das alles wegen 10cm Schnee. Obwohl es ab Samstag morgen angefangen hat zu tauen, ist der Busverkehr immer noch eingeschränkt. Die Hauptstraßen, die am Freitag Abend zu großen Eislaufbahnen mutiert waren, sind jetzt wieder größtenteils frei - die Nebenstraßen sind aber noch alle komplett vereist. Von den Gehwegen spreche ich jetzt lieber nicht - nur soviel: der Schnee über dem 3cm dicken Eispanzer ist weggetaut....

Was dem ganzen Schneewetter quasi durchgehend getrotzt hat, ist -man höre und staune- ein deutscher Weihnachtsmarkt. Während die meisten Geschäfte es meiner Uni gleich taten (und von Donnerstag bis Samstag einfach geschlossen hatten), war dieser durchgehend geöffnet. Selbst die SPAR-Kette auf dem Campus hatte dicht gemacht. Ein Lob auf die irischen Niederlassungen von deutschen Lebensmittelketten. Aber der Weihnachtsmarkt war in gewisser Weise schon eine andere Welt.... wenigstens ein wenig deutsches Weihnachtsfeeling in dem blinkenden und glitzernden Irland.

Als Außenstehender kann man sich das wohl nicht vorstellen, dass Temperaturen knapp unter null Grad und ein wenig Schnee eine europäische Hauptstadt so von der Rolle springen lassen. Aber es gibt ja nun genug Millionen aus den europäischen Rettungstöpfen, um sich vllt. ein wenig Streusalz, Split und Räumfahrzeuge leisten zu können. Ich bin mal gespannt, wieviele Leute es morgen Abend (6.Dezember) zu dem Konzert meines Chores in die National Concert Hall Dublin schaffen. Vor dem Schneechaos wurde ein volles Haus (1200 Besucher) erwartet.... mal schauen.

Grüße aus dem irischen Winter-Horror-Land, in dem ab morgen angeblich wieder Vorlesungen stattfinden

5.12.10 18:31


Advent, Advent ein Lichtlein brennt ...

... und es hat mich diese Woche zu einer erstaunlich großen Anzahl erwähnenswerter Ereignisse geführt.

Zunächst gab es am Montag die DCU Tischtennis-Meisterschaften. Da allerdings meine "Star-Polin" nicht startberechtigt war (da sie nicht an der DCU sondern am St.Patrick's College studiert), war ich in der Favoritenrolle und wurde dementsprechend bei dem im k.o.-Modus ausgetragenen Wettbewerb an Position eins gesetzt. Dieser Rolle konnte ich auch gerecht werden und habe somit meinen ersten internationalen Tischtennis-Titel errungen - und das gleich an der für Sport renommiertesten irischen Hochschule. Mit dem Sieg verbunden ist die Qualifikation zu den "Intervarsities" (Wettbewerb zwischen allen irischen Hochschulen), bei denen ich das DCU A-Team als Spitzenspieler anführen werde. Da St. Patricks wohl keine Tischtennismannschaft zusammen bekommt, kann ich auch da das Wettkampf-Spiel gegen meine Trainingspartnerin umgehen.

Am Dienstag hatte ich dann -wie schon angekündigt- endlich wieder eine Orgel unter den Fingern. Allerdings ist meine Fingerfertigkeit nach neun Wochen pianistischer Abstinenz quasi nicht mehr vorhanden. Aber das muss bis Weihnachten irgendwie klappen. Schließlich will man am Hochfest dann auch mal wieder neue Werke präsentieren. Für alle, die damit evtl. in Berührung kommen: es wird wahrscheinlich eines oder mehrere Werke von Th. Dubois geben (die Anzahl hängt von meiner Übemotivation und -erfolg ab) .

Im Gegensatz zu deutschen Unis, an denen man -sofern man sich mal für vers. Vorlesungen entschieden hat- doch einen absolut festen und quasi unverrückbaren Stundenplan hat, ist hier alles viel relativer. Da werden Vorlesungen getauscht was das Zeug hält. Das ist hier nur deswegen möglich, da man hier kaum Wahlmöglichkeiten hat, welche Fächer man in den einzelnen Jahren belegt. Damit ist hier ein Jahrgang quasi wie eine Schulklasse - jeder kennt jeden, da man ja fast alle Fächer zusammen hat. Für ERASMUS-Studenten, wo das ganze Kurssystem natürlich nicht gilt, ist das immer ein Hoffen und Bangen, dass sich nichts überschneidet.... bis jetzt habe ich immer Glück gehabt - und ich hoffe, dass es auch so bleibt; schließlich sind es ja nur noch drei Wochen Vorlesungszeit. Was ich in Deutschland allerdings in drei Jahren nicht erlebt habe, ist der Ausfall einer Vorlesung, weil der Dozent krank ist. Da es hier in Irland keinen Übungsleiter gibt, der das auffangen könnte, da die Profs hier auch die Übungen halten, ist es frustrierend um 9 Uhr in der Vorlesung zu sitzen, um dann zu erfahren, dass die Veranstaltung ausfällt, und die nächste erst um 12 Uhr stattfindet....

Aber die DCU nimmt nicht nur ERASMUS-Studenten auf, sie schickt auch ihre Studenten quer durch die Welt auf Auslandsstudium. Dazu fand eine Information statt, zu der die aktuellen Austausch-Studenten eingeladen waren, an dem Stand ihrer Uni über die selbige zu berichten. Angelockt von freiem Essen und Trinken (zum Glück bei einem Partyservice bestellt und nicht bei der weniger zu empfehlenden Mensa) kamen dann doch auch erstaunlich viele. Da sich aber die DCU-Studenten kaum für das Auslandsstudium interessieren, mutierte diese Informationsveranstaltung spontan zu einer "international Party". Schließlich muss man ausnutzen, wenn die Uni etwas zu Essen spendiert!

Wer allerdings glaubt, dass der kulinarische Höhepunkt dieser Woche damit erreicht sei, der irrt gewaltig: wie ich in einem meiner vorigen Einträge erwähnte, besuche ich seit geraumer Zeit ein math. Forschungsseminar, bei dem Professoren von anderen Unis Vorträge halten. Üblicherweise werden diese dann noch zum Essen eingeladen, um deren Forschungsschwerpunkt zu erörtern. Diese Woche war ein Prof. von der HU Berlin eingeladen. Nachdem die Anzahl der regelmäßigen Zuhörer doch an einer Hand abzählbar ist, kennt man sich nun zumindest vom Sehen her. Da der Seminarleiter wohl an diesem Tag besonders gute Laune hatte, wurde ich dann auch zu diesem Essen eingeladen und zwar in das Restaurant, zu dem Studenten normalerweise keinen Zutritt haben. Allein für diese Einladung zum Essen hat sich der Besuch im Seminar geloht! Ein Traum! Gerade in diesen kulinarischen Höhen schwebend erhielte ich ein Päckchen aus der Heimat mit Weihnachtskeksen - das absolute Sahnehäubchen auf den Tag.

Apropos Sahnehäubchen - nicht nur in Deutschland ist der Winter eingebrochen auch in Dublin ist Schnee gefallen. Ein halbes Wunder, wenn man meinem Mitbewohner glauben darf, weil es hier relativ selten schneit und noch seltener der Schnee auch liegen bleibt... Beides ist hier allerdings am Wochenende geschehen und somit gibt es viele Bilder in meinem Fotoalbum vom winterlichen Dublin zu bestauen. Trotz des Wetters habe ich am Samstag den irischen Präsidentenpalast besichtigt.  Während man in Deuschland dabei wohl durch zahlreiche Sicherheitsschleusen muss, darf man in Irland da quasi reinspazieren (zwar nur am Samstag und mit Gratisführung - aber von Sicherheitskontrolle hat hier noch keiner was gehört). Vielleicht lag es auch daran, dass sämtliche Polizisten im Dubliner Stadtzentrum waren, wo trotz Schnee zahlreiche Menschen gegen das Sparpaket der irischen Regierung demonstrierten. Allerdings kann man es schon gerade als sensationell bezeichnen, dass soviele Iren überhaupt in die Innenstadt kommen konnten, da hier der Verkehr beim kleinsten Schneefall zusammenbricht, da alle Iren nur Sommerreifen für ihre Wägen besitzen. Räumfahrzeuge gibt es keine und auch die Streumaschienen sind eher Alibi-mäßig.

Grüße aus dem Winter-Wonderland :D

28.11.10 19:38


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